Jahreshauptversammlung Fußball – Führungswechsel beim TSV Welden

Aug 25, 2020 | Allgemein, Fussball, Hauptverein, TSV Welden


Fußballer mit neuer Abteilungsleitung. Wer nach über fünf Jahren auf Till Hofmann folgt und was sich der Verein zur Verabschiedung hat einfallen lassen


Der TSV Welden hat einen neuen Fußballabteilungsleiter: Chris Huttner führt künftig die bedeutendste Sparte des größten Sportvereins im Holzwinkel. Er bleibt weiterhin Jugendleiter und Jugendtrainer. Huttner löst Till Hofmann ab, der nach über fünf Jahren auf diesem Posten (davor zwei Jahre Trainer des Kreisklassisten) sich eine längere Erholungspause genehmigt. Wichtig sei ihm gewesen, so der scheidende Abteilungschef, den Fußball in Welden weiterhin in guten Händen zu wissen. Hofmann selbst hat, wie er während der Jahreshauptversammlung betonte, vor einem halben Jahrzehnt eine weitgehend strukturlose Sparte vorgefunden. „Man kann getrost von einem desolaten Zustand sprechen, aber dann haben viele mitangepackt.“

Die Förderung des Ehrungswesens und der Aufbau des Jugendfußballs mit derzeit über zwei Dutzend Trainern und Betreuern aus den eigenen Reihen seien zwei relevante Mosaikteile, die gleichsam für die Vergangenheit und die Zukunft des Vereins stünden. „Es ist wichtig, den Menschen danke zu sagen, die sich für den Verein in welcher Form auch immer engagiert haben. Und es ist schön mit anzusehen, wie aktive Fußballspieler als Coaches im Juniorenbereich das, was sie selbst früher erlernt und erfahren haben, an Kinder und Jugendliche weitergeben. Ein perfekter Kreislauf.“

Geehrt wurden im Laufe der Versammlung Fußballer, die 300 und mehr Spiele für den TSV Welden bestritten haben. Es sind dies Kilian Vermeulen und Robin Schäfer (beide 300 Spiele), Stefan Maier (400 Spiele) sowie Thomas Bihler und Tobias Maier für jeweils 500 Spiele. Für langjährige Vereinstreue wurde Johannes Pfenning ausgezeichnet (25 Jahre). Auf ein halbes Jahrhundert bringt es Fritz Fischer. Und Siegfried Esser konnte gar für seine 70 Jahre währende Vereinszugehörigkeit gefeiert werden.

Nicht nur an der Spitze der Fußballer hat sich personell etwas getan. Den Fußballausschuss verlassen Mario Bihler und Harald Maiershofer (Liegenschaften), außerdem Alexander Mayr. Dafür kommen Daniel Vermeulen (Schlüsselverwaltung) sowie Andreas Rottmair und Moritz Vermeulen dazu, die sich die Position des Sportlichen Leiters teilen.

Nach den Ehrungen und vor den Neuwahlen wurde es ganz still im Sportheimsaal, als Fritz Quien den Anwesenden näher brachte, was Inklusionsfußball eigentlich ist und wie er praktiziert wird. Der A-Lizenz-Inhaber ist Landesauswahltrainer in Baden-Württemberg für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung und kooperiert unabhängig davon in einem Förderprojekt mit dem Bundesligisten VfB Stuttgart zugunsten dieser Menschen. Hintergrund von Quiens Referat: Am 1. Mai wollte der TSV Welden eigentlich den Gehandicapten eine Plattform bieten. Die Landesauswahlteams von Bayern, Baden-Württemberg und Vorarlberg sollten mit den Weldenern ein Turnier auf dem Sportgelände des TSV spielen. Doch Corona hat diesen ersten Versuch zunichte gemacht. „Das ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben“, so Hofmann, der es wichtig findet, „auch im Fußball über den eigenen Tellerrand zu blicken. Wer von so etwas hört und erfährt, der sieht die eigenen Probleme, ob im Sport oder im Alltag, mit anderen Augen.“

Das letzte Wort hatte der Vereinsvorsitzende Markus Rauwolf, der in seiner sehr persönlich gehaltenen Rede auf die Verdienste deds scheidenden Abteilungsleiters einging: „100 Prozent Leidenschaft, 100 Prozent Einsatz für die Sache, 100 Prozent Genauigkeit, 100 Prozent Verlässlichkeit, 100 Prozent Bereitschaft, den extra Meter zu gehen, viel mehr zu geben, wie das, was eigentlich normal wäre“, lobte er – und übereichte ein Geschenk mit Langzeiwirkung: eine individuell gefertigte Dauerkarte, die zum freien Eintritt für alle Spiele des TSV Welden berechtigt. Und das auf unbegrenzte Zeit.

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